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Eifersüchtig

Doch, über eine Sache möchte ich berichten.

Matze hat von seiner Mutter zum Geburtstag eine
Digitalkamera* geschenkt bekommen. Obwohl sie den Typ der Wunschkamera* wusste, hatte sie sich in die von Samsung verliebt und gekauft. Matze erklärte ihr, dass er mit seiner Fuji bereits eine ähnliche Kamera wie die, die seine Mutter ihm geschenkt hat, hat. Sie bleibt bei der Meinung, dass sie ihm ein schönes Geschenk gemacht hat. Sie ist auch der Meinung, dass Matze sich eigentlich sehr über das Geschenk freuen würde - wäre da nicht ich.

Matzes Mutter meint, dass ich Matzes Seele geraubt hätte und die Familie zerstören würde.

Meiner Meinung nach ist es unerheblich, ob eine Frau einem Mann schadet oder nicht. Die Hauptsache ist doch, dass er mit ihr glücklich ist und eine - selbstlose - Mutter freut sich dann mit ihm. Das Recht, sich ins Leben ihrer Kinder einzumischen hat sie jedenfalls überhaupt nicht. Aber wie kann man ihr das klarmachen? Matze muß jetzt jedenfalls umlernen. Statt sich vor seiner Mutter zu rechtfertigen, muß er ihr einfach Grenzen setzen.

Er will sich die Zeit nehmen, gemeinsam mit seiner Mutter einen Psychologen/Psychiater aufzusuchen. Seine Begründung ihr gegenüber: sie beide haben miteinander ein massives Kommunikationsproblem, das nur noch ein Fachmann lösen kann. Die Mutter hat eingewilligt. Ungern zwar, aber immerhin...

* Keine Garantie, dass die mit Sternchen versehenen Links die von mir erwähnten Kameras tatsächlich darstellen.
Gise am 5.4.06 10:23


Daheim

Baumschmuck, KiefernzapfenGestern waren wir, also Matze und ich und meine beiden Kinder, bei meinem Vater. Das Sch?ne war, dass zum ersten Mal alle meine Geschwister ebenfalls dort waren. Ja, mein Vater hat es sehr genossen, alle seine Kinder mit deren Kinder um seinen Tisch sitzen zu haben. Nun, zwei seiner Enkelkinder haben gefehlt. Aber auch nur, weil sie bei den Ex-Schwiegerkindern meines Vaters leben und diese leider den Kontakt unterbinden.

Nat?rlich haben wir auch ?ber das Weihnachten, wie wir es als Kinder erlebten, gesprochen. Meine beiden Br?der wollen heute kein Weihnachten mehr feiern, weil sie dieses Fest einfach nur in schrecklicher Erinnerung haben. Gut, der eine Bruder hat keine Familie, aber der andere ist ja mit einer Frau verheiratet, die bereits ein Kind hat.

Baumschmuck, KugelJa, an Weihnachten hatten wir es als Kinder mit unserer Mutter nicht einfach. An Heiligabend hat meine Mutter schon fr?h morgens den Staubsauger und den Putzeimer geschwungen. Das war f?r uns Kinder immer Stress pur, denn dann wussten wir, dass meine Mutter dabei ?belst gelaunt war. Immer hat sie w?hrend ihrer Putzaktion irgend ein Spielzeug gefunden, was ihrer Logik nach nicht sein durfte, denn wir hatten schon Tage vorher alle unsere Sachen komplett aufr?umen m?ssen. Hat meine Mutter also ein Spieldingens gefunden, dann rief sie in einem sehr beherrschten Befehlston nach dem Eigent?merkind und zeigte nur mit dem Kinn oder den Augen zu dem Corpus delicti. Ihr Gesicht war dabei sehr streng, ihre Lippen eng zusammengepresst. Schlimmer war es, wenn in einer Spielzeugschublade oder auf der Kommode ihrer Meinung nach Chaos herrschte. Sie kippte dann alles auf den Boden und dann musste das Kind, dem die Sachen geh?rten, alles blitzschnell und ordentlich wieder aufr?umen.

Wenn sie in ihrem Putzwahn zu sehr frustriert war... der Baum musste ja noch aufgestellt und geschm?ckt werden. Manchmal fehlte f?r das Abendessen die eine oder andere Zutat, also auch noch schnell einkaufen... dann schrie sie herum, dass wir b?se Kinder seien und ihr nur Arbeit verursachen w?rden. Sie unterstellte uns sogar b?swillige Absicht! Und mein Vater, der war in ihren Augen eh kein guter Vater. Er ist n?mlich meist gefl?chtet, weil er ihren Anforderungen sowieso nie gerecht wurde. Leider ging er immer ohne uns Kinder. Nat?rlich war er zur Bescherung wieder zu Hause. Aber bevor er gegangen ist, hat er mit uns Kindern den Baum geschm?ckt. Meine Mutter konnte auch da nie ihren Mund halten...

Ja, so ging es dann den ganzen Tag. Meine Mutter hat geputzt, gekocht und dabei nur geschimpft und beleidigt.

Aber punkt drei Uhr, wenn wir meine Oma, ihre Mutter, kurz besucht haben, da war gute Laune befohlen! Von da an hatte Friede, Freude, Eierkuchen zu herrschen! Dieser Friede hielt an bis nach den Feiertagen. Dann kam aus meiner Mutter der Frust wieder heraus: Wir h?tten ihr das Falsche geschenkt. Oder ihr "neenee, ihr braucht mir nix zu schenken" h?tten wir doch gar nicht so w?rtlich nehmen sollen. Ja, nun wusste sie pl?tzlich, dass wir sie gar nicht lieb h?tten. Dass wir sie wohl lieber tot s?hen und sie w?sste ja, dass unser Vater eine Geliebte h?tte, die nur darauf warte, ihren Platz einzunehmen. Nein, mein Vater hat seine Frau w?hrend der Ehe nie betrogen!

Baumschmuck, SchaukelpferdMein erstes Weihnachten mit Kind war genauso schrecklich. Ich hatte die gleichen Erwartungen wie meine Mutter - und fiel in ihre Rolle! Die Wohnung sah aus und musste bis in den hintersten Winkel ges?ubert werden! F?rs Abendessen musste auch noch eingekauft werden! Und dann das quengelige Kleinkind. Der Vater des Kindes lag auf dem Sofa. Der Fernseher lief und er las in einer Zeitschrift. Ich war frustriert. W?tend, denn ich habe alles allein gemacht: Wohnung geputzt, eingekauft, Abendessen zubereitet. Irgendwann hat sich mein Exmann bequemt, den Plastikbaum aus dem Keller zu holen, aufzustellen und zu schm?cken.

Erst nach jenem Weihnachtsfest habe ich gelernt, meine Erwartungen herunterzuschrauben. Und vor allem jede "Panne" gelassen hinzunehmen. Und zuzulassen, dass sich die Kinder auch an Heiligabend streiten. Nein, Stress gibt es bei uns keinen mehr. Erst recht nicht, seit ich mich vor sechs Jahren von meinem Exmann getrennt habe...
Gise am 27.12.05 12:15


Spiegel für mich

Dass ich gestern nach dem Besuch bei Matzes Mutter so deprimiert war, lag vor allem daran, dass sie mich jedesmal an meine eigene Mutter erinnert.

Ein Besuch bei oder von meiner Mutter war f?r mich ebenfalls jedesmal stressig. Meine Mutter unterliegt zwar keinen Zw?ngen und Ritualen, die ihr Halt und St?tze im Alltag geben sollen, aber den einen Zwang, sich Zuneigung erkaufen und verdienen zu m?ssen, den hat sie auch.

Zu meiner Mutter habe ich jetzt schon seit gut zehn Jahren jeden Kontakt abgebrochen, denn ich hatte es satt, dass...
... sie immer das letzte Wort haben wollte.
... sie mir meinen Schilderungen bestimmter Situationen nie geglaubt hat. Mit wem alles ich angeblich schon im Bett gewesen sein soll - das geht auf keine Kuhhaut mehr.
... sie f?r mich Entscheidungen getroffen hat, weil ich ja sooo unselbst?ndig sei. Meine Einw?nde dazu ignorierte sie einfach.
... sie sich pers?nlich zur?ckgewiesen f?hlte, wenn ich nicht essen wollte. F?r sie war es klar, dass ich Hunger hatte und wenn ich nicht (auf)essen wollte, dann war es f?r sie Beweis genug, dass sie beim Kochen gemurkst hatte oder - noch schlimmer - dass ich sie nicht lieb hatte.
... sie sich das Recht, mich und ihre Enkeltochter zu besuchen, immer durch Putz- und W?schewaschaktionen "verdienen" musste. Wenn ich ihr gesagt habe, sie soll sich doch jetzt einfach zu mir setzen und mit mir Kaffee trinken, dann war ihre Antwort immer, dass dann jeder ?ber sie l?stern w?rde, weil sie bei ihrer behinderten Tochter nur faul auf dem Ar... sitzen w?rde.

Am meisten hatte ich es satt, dass meine Mutter eine sehr geringe Meinung ?ber mich hatte. Einerseits war sie stolz darauf, dass ich studiert und sogar einen Diplom erlangt habe, aber andererseits waren alle meine Gedanken und Meinungen, die sie und ihr Verhalten kritisch beleuchteten, ihrer Meinung nach nicht meine eigenen, sondern mir ganz klar von meinem Vater und meinem jetzt Exmann eingebleut worden. Ich hatte nie die Chance, mich gegen sie durchzusetzen. Mir blieb damals nur die eine M?glichkeit, ihr komplett meinen R?cken zuzukehren. Nat?rlich hat sie jedem erz?hlt, dass mein Vater und mein Ex es nun geschafft h?tten, mich ganz von ihr wegzuziehen, aber da stand und stehe ich dr?ber!

Seit ich Matzes Mutter kenne, habe ich das Gef?hl, dass diese mir "gutes Lehrmaterial" abgibt. Ich sehe jetzt auch, dass Matzes Mutter sich viel heftiger an ihren Sohn klammert als meine Mutter es mit mir tat. Also m?sste es mir doch leichter gelingen, meine Mutter zu "erziehen".

Wenn Matze seiner Mutter sagt, dass er sie nicht sehen will, ?berh?rt sie es und steht trotzdem wie angek?ndigt auf der Matte. Sagt Matze, dass er gar nicht da sein w?rde, dann wartet sie mehrere Stunden vor dem Haus auf ihn. Haben wir im Krankenhaus und kurze Zeit danach mitgemacht, bis Matze wieder arbeiten ging. Dann erst f?hlte sich seine Mutter wieder von der Pflicht der fast t?glichen! Krankenbesuche befreit.

Habe ich meiner Mutter gesagt, dass ich sie nicht sehen kann oder will, dann blieb sie weg. Aber sie war stets schwer beleidigt, was bei mir wiederum schwere Gewissensbisse ausgel?st hatte. Nat?rlich habe ich mich bei ihr entschuldigt und sie nicht mehr weggeschickt. Mit dem Ergebnis, dass ich Bauchweh bekam, wenn sie sich wieder einmal ank?ndigte. Ein Teufelskreis.

In letzter Zeit denke ich wieder ?fter an meine Mutter. Sie ist ja nicht mutwillig so "gemein" zu mir, sondern sie ist wie Matzes Mutter einfach nur eine Gefangene ihrer Phantasien und gest?rten Wahrnehmungen. Und sie ist lernf?hig.

Als Kind ist die Mama ja immer eine tolle Superperson ohne Fehler und Makel. Je ?lter man wird, desto mehr "schrumpft" die Mutter zu einem v?llig normalen Menschen, an dem man pl?tzlich immer mehr auch die Fehler und Macken sieht.
F?r mich ist meine Mutter noch mehr geschrumpft. Zu einem H?uflein Mensch, der in meinen Augen auf gesamter Linie versagt hat. Erst seit ich Matzes Mutter kenne, sehe ich, dass meine Mutter ohne Hilfe aus ihrer Misere nicht mehr herauskommt. Ich glaube, jetzt erst f?ngt f?r mich die Trauerarbeit an. Die Trauer dar?ber, dass meine Mutter wohl einfach nur psychisch krank ist und dass sie mir eigentlich unendlich leid tut. Aber auch die Trauer dar?ber, wie mein Leben wohl verlaufen w?re, wenn meine Mutter "normal" gewesen w?re bzw. dass es nun so ist wie es ist.

Ich ?berlege mir immer ?fter, den Kontakt zu meiner Mutter wieder aufzunehmen...
Gise am 15.11.05 12:31


Spiegel

Als ich gestern so ausf?hrlich ?ber Matzes Mutter erz?hlte, hatte ich eigentlich kein gutes Gef?hl dabei. Schon vor einem Jahr, als Matze so lange im Krankenhaus gelegen hatte, h?tte ich mir furchtbar gerne wegen seiner Mutter meinen Frust und vor allem meine Wut auf das starrk?pfige Verhalten dieser Frau von der Seele geredet. Aber ich stehe auf dem Standpunkt, wenn ich gar nichts Positives ?ber einen bestimmten Menschen zu sagen wei?, dann halte ich lieber total meine Gosche. Andererseits ist es f?r mich ein Unterschied, ob ich ?ber jemanden l?stere oder ob ich einfach dar?ber rede, was das Verhalten des Anderen in mir ausl?st.

Bei Euch m?chte ich mich herzlich f?r Eure Meinung und Ratschl?ge bedanken! Erg?nzend zu den Beitr?gen in Engelberts Rubrik Lichtblick habt Ihr uns wieder ein kleines St?ck weiter gebracht. Die Idee mit dem Vorhalten des Spiegels ist gut! Die erste Anwendung werden wir noch diese Tage haben. Matze k?nnte ihr im Gegenzug Geld zukommen lassen verbunden mit Dankesworten an seine Mutter. So wie sie es mit ihm macht.

F?r Matze ist es nat?rlich ein harter Kampf und er resigniert immer wieder. F?r ihn ist es halt einfacher, in den alten Mustern zu bleiben als sich auf etwas Neues, Unbekanntes einzulassen. Ich kann ihn nur ermuntern und unterst?tzen - an seiner Mutter arbeiten und sich mit ihr auseinandersetzen mu? er allein.

Ein Positives kann ich jetzt doch ?ber Matzes Mutter berichten... sie hetzt nicht gegen mich. Im Gegenteil, sie l?sst in ihren eMails fast immer Gr??e an mich ausrichten! Und das, obwohl sie ja das Gef?hl hat, dass ich die - in ihren Augen - wunderbare Mutter-Kind-Einheit zerst?ren will. Das hat sie mir am Sonntag kurz an den Kopf geworfen, nachdem Matze sich ihr wieder einmal widersetzt hatte.

Leute, ich bin zuversichtlich. Immerhin hat sich Matzes Mutter ja schon lernf?hig gezeigt. Wir m?ssen uns einfach nur von dem Gedanken freimachen, dass man Matzes Mutter mit den ?blichen H?flichkeitsfloskeln geradebiegen kann.
Gise am 15.11.05 10:51


Zwanghaft

Leute, ob ich heute au?er diesem Eintrag noch mehr bringen werde, wei? ich nicht. Roswitha und Petra, Ihr habt Recht... von unserem Treffen in Plochingen m?chte ich auf jeden Fall noch berichten! Und ich wollte Euch allen auch noch einiges mehr zeigen:
- Herbstimpressionen
- Ruine der Villa Moser
- Sonnenblumen

Ich habe bestimmt noch mehr Vorhaben, aber jetzt im Moment vergessen. Mein zweiter Vorname ist Engelbert! (Er hat ebenfalls tausend Ideen gleichzeitig, aber zu wenig Zeit, sie umzusetzen... )

Der gestrige Tag hat mich einfach nur erschlagen! Ich bin hundem?de. Wir sind erst heute morgen um zwei ins Bett gekommen und um sechs war f?r mich die Nacht wieder vorbei. Meine Kinder verlassen sich darauf, dass ich sie morgens wecke. Eigentlich kein Problem, ich mache das gerne! So habe ich mehr vom Vormittag!

Ich bin nicht nur m?de, sondern ich bin au?erdem noch w?tend, f?hle aber gleichzeitig auch Mitleid und das zusammen macht mich hilflos. Im Moment bin ich innerlich gel?hmt und ich m?chte am liebsten heulen. Ich bin nur froh dar?ber, dass ich nicht so sehr gel?hmt bin, dass ich nicht mal bloggen m?chte.

Wenn Ihr Zeit habt, dann d?rft Ihr jetzt - oder sp?ter - gerne lesen, was gestern los war.

Wie Ihr wisst, waren wir gestern bei Matzes Mutter. Den Sommer ?ber war sie einigerma?en ertr?glich, aber gestern hat sie wieder ihre gesamte Palette an Zw?ngen, denen sie unterliegt, ausgebreitet. Matze hat ihr einen neuen Rechner mitgebracht. Sie kann nicht einfach "Danke" sagen, nein, sie bezahlt ihn. F?r die Fahrt und die Arbeitszeit. Geld f?r den Rechner hat sie ihm schon vor l?ngerer Zeit einfach ?berwiesen. So viel, dass er ihr locker noch f?nf bis sieben weitere Rechner kaufen k?nnte. Das kann man ihr nicht ausreden... Gef?lligkeiten und Dienste werden nun mal bezahlt!

Gut, wenn man zu Besuch ist, gibt es eben Kaffee und Kuchen. F?r Matze hatte die Mutter immerhin Cola da. Auch Mineralwasser. Und Milch. Extra frisch f?r ihn gekauft. Kabapulver hat sie auch extra gekauft.
"Putzi, magsch en Kaba?" "Nein, Mutter, ich habe Cola."
"Du, kuck doch, ich habe ganz frische Milch gekauft! Von Landliebe!" "Nein, Mutter!" kam schon etwas energischer.
"Soll ich Dir die Milch warm machen?" "Verdammt...NEIN!"
"Oder magst Du ein St?ck Torte?" "Neeeiin, auch das will ich nicht. Ich will nichts!"
"Oder einen Bienenstich?" "NEIN!"
Ich erkl?re der Mutter, dass der Arzt dem Matze verordnet hat, abzunehmen, sein Blutdruck sei zu hoch. Matze f?gt noch hinzu, dass er mindestens zehn Kilo abnehmen m?sse.
"Putzi, ich habe auch Schokolade hier." "Mutter, sag mal, willst Du mich umbringen oder was?"
"Nein, nat?rlich nicht! Sag Putzi, willst Du Schokolade?" "Mutter, ich will abnehmen!!!"
"Aber die Schokolade ist doch von Milka..."

Dieser Zwang, Putzi mu? doch essen... Matze hat es so satt, mit seiner Mutter heile Welt zu spielen.

Die Zw?nge der Mutter fangen schon mit dem Aufstehen an. Der Wecker klingelt JEDEN Morgen um halb sieben. Die Mutter setzt Kaffee auf und ruft dann Matze virtuell auf seinem Handy an, um ihm einen guten Morgen zu w?nschen. Bis vor ein paar Monaten hat sie ihm tats?chlich JEDEN Morgen um halb sieben auf die Mailbox seines Handys gesprochen. Matze hat sie gebeten, das zu lassen. Half nix. Er hat ihr erkl?rt, er h?re seine Mailbox nie ab, sie k?nne sich also das Geld sparen. Nix. Er hat sie angeschrien, sie m?ge ihn und seine W?nsche endlich wahrnehmen! War zwecklos. Erst als er ihr sagte, dass er seine Nummer ?ndern lassen w?rde, wenn sie ihm auch nur ein einziges Mal auf seinem Handy anrufen w?rde, das zeigte Wirkung!

Gut, sie ruft immer noch jeden Morgen auf Matzes Handy an, aber nur noch virtuell. Dann schreibt sie ihm eine Guten-Morgen-Email. Jeden Morgen! Mittags um sp?testens eins mu? sie wieder daheim sein... Mittags-Email mu? doch noch an Matze gehen. Abends mu? sie die Tagesschau anschauen, das mu? sein! Sobald der Wetterbericht vorbei ist, ruft sie dem Matze an. Wenn er da ist, ist es gut. Wenn nicht, spricht sie ihm auf das Band. Und das drei bis vier Mal so alle halbe/dreiviertel bis ganze Stunde.

Wenn Matze ihr sagt, dass er an einem bestimmten Tag nicht zu Hause sein werde, sie br?uchte gar nicht anrufen - weder aufm Festnetz noch aufm Handy - dann ruft sie auf jeden Fall p?nktlich nach der Tagesschau bei ihm zu Hause an - und danach auf seinem Handy. Da ruft sie ihm dann mehrmals an. Entweder Matze geht dann entnervt ran oder sie gibt doch irgendwann auf.

Die Abend-Email folgt dann auch noch jeden Abend. Darin fasst sie die Berichte der Tagesschau zusammen und anschlie?end erz?hlt sie von ihrem Tagesablauf. Jeden Abend.

Nein, diese Frau ist nicht einsam. Mit dieser Vermutung liegt Ihr falsch! Jeweils zwei oder drei Stra?en weiter wohnen noch zwei ihrer Schwestern und ihre Mutter, die inzwischen auf die neunzig zugeht.

Eine der Schwestern hat uns erz?hlt, dass Matzes Mutter jeden Morgen zu ihrer Mutter zum Fr?hst?cken geht. Sie nimmt da keine R?cksicht darauf, ob es der alten Frau gut geht oder ob sie ihre Ruhe braucht. Nachmittags um drei m?chte die alte Frau sich f?r eine Stunde hinlegen, aber Matzes Mutter besteht auf Kaffee und Kuchen "bei der Mutti" um p?nktlichst f?nfzehn Uhr!!! Abendessen mu? auf Verlangen von Matzes Mutter ebenfalls bei der Oma eingenommen werden. Matzes Tante pflegt die alte Frau, die sich kaum noch allein versorgen kann. Matzes Oma ist zur Zeit immer ?fter krank und m?chte ihre Ruhe. Matzes Mutter glaubt das nicht. Sie schreibt an Matze, dass "Mutti" nur simuliere, um sie, Matzes Mutter, los zu werden.

Geschenke... sie hat den Zwang, Matze mit sinn- und nutzlosem Zeugs zu beschenken. Gestern waren es ein Haribo-Adventskalender, Adventskerzen, Baumkugeln und christliche Motive zum Aufstellen und Aufh?ngen. Matze ist Atheist. Und nat?rlich Schokolade und Lebkuchen und Wurst und Kuchen. Matze sagt ihr immer wieder, dass er keine Geschenke haben wolle. Sie ignoriert das einfach. Gestern hat sie wieder den ganzen Nachmittag versucht, dem Matze die Sachen aufzuschwatzen. Manchmal schmuggelt sie das eine oder andere irgendwie in seine Sachen mit hinein, denn Matze nimmt nun immer nur ein Geschenk an und l?sst alles andere liegen.

Auch direkt an Matzes Geburtstag l?sst sie es sich nicht nehmen, ihn pers?nlich zu besuchen und zu beschenken. Ungeachtet dessen, dass er seinen Geburtstag eh am n?chsten Tag mit der Verwandtschaft und somit auch mit ihr feiern wird. Sie steht da wie unter Zwang. Sie mu? Matze alle Geschenke, die sie mit dabei hat, ?berreichen. Was er damit macht, ist ihr egal. Er hat schon Geschenke vor ihren Augen zerst?rt und in den Papierkorb geworfen - es l?sst sie kalt. Auf meine Frage, ob ihr das denn nicht weh t?te, sagte sie nur, dass sie ihm die Sachen geschenkt h?tte, er k?nne damit nun machen, was er wolle...

Und ich... ich leide nun auch unter einem Zwang... dem Zwang, den Deckel an Matzes Mutters Kopf aufzuklappen, hier ein lockeres Schr?ubchen fest anziehen, da ein K?belchen gerader?cken - und schon funktioniert das Hirn von der in Zw?ngen gefangenen Frau wieder.
Das Hirn einfach nur updaten... wie bei Data... geht das nicht?
Gise am 14.11.05 11:15


Abh?ngig

Ich bin w?tend, w?tend auf meine Mutter. Und auf die Tr?nen, die mir ?ber mein Gesicht laufen. Sie hat mich wieder angeschrien, wie dumm ich doch w?re und dass sie sich f?r mich sch?me.

Jetzt ist sie in der K?che und ich h?re sie mit dem Geschirr hantieren. Sie hat die K?chent?r zu gemacht, aber das ist mir egal, denn ich will sie eh nicht mehr sehen. Nie mehr! Ich wei? doch selbst, dass ich dumm und h?sslich bin, aber mu? sie denn deswegen jedesmal so sehr ausrasten und mich anschreien? Mu? das sein?

In mir schimpfe ich mit meiner Mutter, real w?rde ich es nie wagen. Real fange ich nur zu heulen an, was sie aber jedesmal noch w?tender macht und dann schreit sie mich noch mehr an, schreit, dass ich mich wie ein kleines Kind, das geistig behindert sei, benehmen w?rde.

Nun, jetzt ist sie ja in der K?che und sp?lt. Und ich habe meine Ruhe - bis zum n?chsten Mal.

Au Mist! Ich mu? auf die Toilette. Aber ich kann das doch nicht allein. Mir mu? man die Hosen herunter ziehen und dann wieder hoch.
Aber ich bin mit meiner Mutter gerade sauer, will sie mit Nichtbeachten bestrafen. Meine Geschwister sind nicht da. Sie haben Freunde und mit denen h?ngen sie jetzt drau?en herum. Mist, dann mu? ich wieder klein beigeben!

Aber was, wenn sie so w?tend auf mich ist, dass sie mich noch zus?tzlich bestraft, indem sie mir die Hilfe auf der Toilette verweigert? Au?erdem will ich nicht, dass sie mich anfasst, denn ich bin ebenfalls w?tend auf sie. Warum nur bin ich so sehr auf Hilfe angewiesen, von ihr abh?ngig?


Diese und ?hnliche Situationen aus meiner Kindheit und Jugendzeit sind mir in letzter Zeit wieder eingefallen. Ich habe n?mlich eine Frau kennen gelernt, die schwer spastisch gel?hmt ist. Ihr Oberk?rper ist mehr davon betroffen als ihre Beine. Ihre Spastik ist so heftig, dass man sie f?ttern mu? und auch beim An- bzw. Auskleiden ben?tigt sie Hilfe.
Diese Frau ist verheiratet und ihr Mann erleichtert ihr den Alltag, wo er nur kann.
Trotzdem wei? ich, dass eine Partnerschaft, in dem der eine behindert und der andere nicht behindert ist, sich nicht wesentlich von Partnerschaften zwischen zwei nichtbehinderten Menschen unterscheidet. Man liebt sich, unternimmt Gemeinsames in der Freizeit. Auch die Aufgaben im Haushalt sind je nach F?higkeiten verteilt.
Und man streitet sich ab und zu, ist sauer aufeinander. Oder gekr?nkt. Man geht sich aus dem Weg, will den anderen f?r eine Weile nicht sehen, geschweige denn ihn sp?ren. In "normalen" Beziehungen ist das ja kein gro?es Problem. Wenn man sich wieder beruhigt hat, kann man sich dem Partner langsam wieder n?hern.
Ist aber einer der beiden auf die Pflege des Partners angewiesen, dann mu? man sich irgendwie arrangieren.

Ich habe mir erst w?hrend meines Studiums den Anziehstab erworben. Seitdem bin ich von jeglicher Pflege unabh?ngig, was mir vor allem w?hrend meiner Ehe sehr zugute kam. Und erst recht, nachdem ich mich von meinem Exmann getrennt hatte. Diese Unabh?ngigkeit ist mir sehr wichtig geworden und ich hoffe, dass sie mir noch lange erhalten bleibt.
giseliese am 14.10.04 17:41


Scheidungsdrama

Als ich 14 Jahre alt war, trug mein Vater nach einem erneuten w?sten Streit meiner Eltern ein altes Bett, das auf unserem Dachspeicher gelagert war, und ein paar Kartons mit seinen Kleidern und seinen anderen pers?nlichen Sachen in sein Auto. Es war fast Mitte Dezember. Abends, denn es war drau?en schon dunkel. Mein Vater lief hin und her, um seine Habseligkeiten in sein Auto zu bringen. Meine Mutter lief ihm st?ndig hinterher, schrie, heulte und drohte ihm mit Scheidung und einiges mehr.
Ich war v?llig irritiert, hatte Angst, denn meine Mutter drohte unter anderem auch mit Mord und Selbstmord. Mein Vater trug nur stetig und schweigend seine Sachen in?s Auto.
Auf meine Frage, was denn los sei, erkl?rte er, dass er mit unserer Mutter nicht mehr l?nger leben k?nne und daher sich ein Zimmer in der Stadt gemietet h?tte. Selbstverst?ndlich k?nnten wir Kinder ihn jederzeit besuchen.

Meine Mutter verbot meinen Geschwistern und mir den Umgang mit meinem Vater? dem Hurensohn, dem Schweinehund, wie sie ihn nun immer nannte. Sie drohte uns an, dass wir gleich bei ihm einziehen k?nnten und sie jeden Kontakt mit uns abbrechen w?rde, sie drohte uns, uns umzubringen, sollten wir es je wagen ?diesen Hurensohn? zu besuchen. Mein Vater erwirkte das Besuchsrecht daraufhin gerichtlich.
Nun hatte meine Mutter eine andere Taktik: sie erz?hlte uns all die von meinem Vater angeblich begangenen Verfehlungen und Schandtaten und fragte uns dann mit einem drohenden Unterton, ob wir denn mit so einem Schweinehund etwas zu tun haben wollten?
F?r mich war es die H?lle. Ich hing doch sehr an meinem Vater, dennoch war meine Mutter meine zentrale Bezugsperson.
Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, dass meine Mutter log. Ich glaubte ihr jedes Wort und wandte mich von meinem Vater ab. Erst recht, als meine Mutter mir suggerierte, dass mein Vater nur deshalb mit uns w?chentlich in?s Schwimmbad gehen w?rde, um mich beim Umziehen (ich brauchte ja Hilfe) befummeln zu k?nnen. Ich konnte mich nie an so eine Situation erinnern, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass meine Mutter derma?en ungeheuerlich l?gen w?rde. Ich fing an, an meinem Verstand zu zweifeln.
Um diesen ganzen Druck aushalten zu k?nnen, brach ich den Kontakt zu meinem Vater komplett ab.

Als er plante, wieder zu heiraten, lud er auch mich zur Hochzeit ein. Er lie? mir durch meinen Bruder ausrichten, dass er zwar keine gro?e Hoffnung h?tte, dass ich seine Einladung annehmen w?rde, aber dennoch w?rde er sich riesig freuen, wenn ich mit meiner kleinen Familie k?me.
Ich habe die Einladung trotz (Selbst-)Morddrohungen seitens meiner Mutter angenommen.
Als ich mit meiner Lieblingstochter (mein Exmann musste als Selbst?ndiger arbeiten) vor dem Rathaus vorfuhr, kam mir mein Vater entgegen. Ich konnte seine riesengro?e Freude in seinen Augen sehen und in seiner Stimme h?ren.

Mein Vater und ich hatten etwa 10 Jahre keinen Kontakt zueinander. Seit seiner Hochzeit besuche ich ihn zwar ab und an, aber es ist leider keine innige Beziehung.
Ich wei? auch nicht, wie ich ihn ansprechen soll. Opa vielleicht? Aber er ist der Opa meiner Kinder. Als Kind habe ich ihn immer Papa, Papi oder Daddy genannt. So kann ich ihn heute nicht mehr nennen. Ist mir zu nah, zu vertraulich, wo er mir doch nun so fern ist. Ihn einfach bei seinem Vornamen nennen erscheint mir zu unpers?nlich. Heute spreche ich ihn nach M?glichkeit nicht mehr an und wenn doch, dann auf schw?bisch mit Vadder. Aber das macht mich traurig, denn immerhin ist er mein Vater?

Ehepaare wissen gar nicht, was sie ihren Kindern antun, wenn sie sie in ihren Trennungs- und Scheidungskrieg mit reinziehen.
Mein Exmann hat es anfangs, als ich mich von ihm trennte, auch versucht, aber nach einem eindringlichen Gespr?ch konnte ich ihm schnell klar machen, dass sogenannte Scheidungskinder nicht durch die Scheidung selbst traumatisiert werden, sondern durch das feindselige Verhalten der sich Trennenden. Ehepaare m?ssen sich bewusst sein, dass sie sich zwar als Paare bis auf\'s Blut bekriegen k?nnen, aber dass sie f?r ihre Kinder immer Vater und Mutter bleiben. Sie m?ssen ihre Rollen als Ehepaare und die Rolle der Eltern komplett trennen. Solange beide das Wohl der Kinder und nicht ihr eigenes Wohl vor Augen haben, wird ihnen das Auseinanderhalten ihrer Rollen nicht gar so schwer fallen...
giseliese am 5.7.04 20:17


Muttertag (2)

A Mother is not a person to lean on
but a person to make leaning unnecessary.

Diese Worte der Amerikanerin Dorothy Fisher, die ?bersetzt lauten...
"Eine Mutter ist nicht jemand zum Anlehnen, sie macht es unn?tig, jemanden zum Anlehnen zu brauchen." ...kann man nicht nur als eine Hommage an die Mutterrolle betrachten, sondern gleichsam auch als Leitgedanke f?r die Aufgaben einer Mutter.

Aber als frisch gebackene Mutter lehnte ich den Muttertag ab. Ich war an diesem Tag ?belst gelaunt und innerlich total zerrissen. Ich erinnerte mich da immer an meine Kindheit und wie meine Mutter von mir und meinen Geschwistern Geschenke und Aufmerksamkeit als Zeichen unserer Dankbarkeit erwartete. Sowohl an Muttertag als auch an ihrem Geburtstag als auch an Heiligabend durften wir Kinder uns nicht streiten, mussten wir ihren Anordnungen ohne Murren und Knurren folge leisten und als wir ?lter und fl?gge wurden, hatten wir nur f?r sie Zeit zu haben. Dem spricht ja grunds?tzlich nichts dagegen, aber wenn man keine Dankbarkeit f?r die Mutter empfand, wenn man lieber mit Freunden ehrlich feierte als mit der Mutter heuchlerisch.
Meine Mutter war eine Rechenk?nstlerin! Nach solchen Festtagen hat sie uns immer mit einer Regelm??igkeit vorgerechnet und aufgez?hlt, was wir ihr h?tten alles schenken k?nnen, obwohl sie vorher immer betont hatte, dass wir ihr nichts zu schenken br?uchten, sie w?nsche sich einfach nur liebe Kinder.
Meine Mutter legte sehr gro?en Wert auf Dankbarkeit. Aber wof?r denn? F?r die vielen Wutausbr?che, Schl?ge, Beleidigungen und Dem?tigungen?
Das alles ging mir jedes Jahr an Weihnachten und Muttertag durch den Kopf. Als meine Lieblingstochter mir ihr erstes selbstgebasteltes Geschenk aus dem Kindergarten heimbrachte, war es besonders schlimm. Ich legte pl?tzlich das gleiche Muster an den Tag wie meine Mutter, ich maulte mein Kind an von wegen jaja, am Muttertag pl?tzlich auf lieb Kind tun und so. Meine Lieblingstochter schaute mich ganz irritiert und traurig an, was mich zum Schweigen brachte. Ich war sehr ungl?cklich dar?ber.
Zum Gl?ck las ich dann in ELTERN, dass ich trennen mu? zwischen mir selbst als Mutter und meiner Mutter. Ich begriff, dass ich die Chance habe, es "besser" zu machen als meine Mutter und wenn mir meine Kinder etwas schenken, dann gilt das mir und nicht meiner Mutter!
Ich habe dieses Jahr von meinen Kindern zum Geburtstag nichts bekommen und ich denke, auch am Sonntag werden sie mir nichts schenken. Ich erwarte es auch nicht von ihnen. Vielleicht fehlt ihnen einfach eine Unterst?tzung vom Vater: Komm, lass uns der Mama was kaufen gehen.
Und - was man an seiner Mutter hat, merkt man eh erst, wenn man sie verloren hat oder sp?testens, wenn man selbst Kinder hat.

Im Internet gibt es ?brigens viele Seiten zum Thema Muttertag. Eine finde ich besonders witzig, die M?nnerseiten.
Da ist sogar ein Gedicht, mit dem ich jetzt meine Gedanken zu diesem Thema abschlie?en m?chte.

M?tterlein - wenn es Dich nicht g?be!
Wir w?ren nie gewaschen,
und meistens nicht gek?mmt,
die Str?mpfe h?tten L?cher
und schmutzig w?r\' das Hemd.
Wir ??en Fisch mit Honig
und Blumenkohl mit Zimt,
wenn Du nicht t?glich sorgtest,
dass alles klappt und stimmt.
Wir h?tten nasse F??e
und Z?hne schwarz wie Ru?
und bis zu beiden Ohren
die Haut voll Pflaumenmus.
Wir k?nnten auch nicht schlafen
wenn Du nicht nochmal k?mst
und uns, bevor wir tr?umen
in Deine Arme n?hmst.
Und trotzdem! Sind wir alle
auch manchmal eine Last.
Was w?rst Du ohne Kinder?
Sei froh, dass Du uns hast!!!
Gise am 7.5.04 09:52


Hilferuf oder Erpressung?

Bei Engelbert stie? ich auf das Thema Erpressung eines Menschen mit Selbstmordandrohung.

Das erinnert mich an meine Mutter. Auch sie hat mich lange Zeit mit Selbstmordandrohungen erpresst.
Das erste Mal kam es vor, als ich zum Studium von zu Hause auszog. Ich ging auf ihre Drohungen nicht ein, ich ?berh?rte sie einfach - aber das schlechteste Gewissen und eine Heidenangst plagten mich. Was, wenn sie es doch t?te? Ich verdr?ngte diesen Gedanken daran und nahm meine Mutter stattdessen mit, um mein neues Zuhause zu besichtigen und zu ?bernehmen. Sie gw?hnte sich schnell an die neue Situation, war sogar stolz darauf, dass ihr "Sorgenkind" nun studierte, aber gleichzeitig verlie? sie sich darauf, dass ich nach Studienabschluss wieder zu ihr zur?ckk?me.

Bei mir im Semester war noch eine "Contifrau", durch die ich den Anziehstab kennenlernte. Endlich brauchte ich bei den Hosen keine Hilfe mehr! Ich zeigte meiner Mutter stolz meine Errungenschaft. Sie fing aber an zu weinen: "Jetzt brauchst Du mich ja nicht mehr, jetzt kann ich mich ja umbringen."
Ich bin nat?rlich sehr erschrocken, denn mit dieser Reaktion habe ich nicht gerechnet. Ich habe ihr versichert, dass sie immer meine Mutter und somit f?r mich wichtig bleiben w?rde. Sie blieb stumm und ernst, h?rte aber wenigsten zu weinen auf.

Als mein jetziger Exmann und ich heiraten wollten, wusste ich, wie meine Mutter darauf reagieren w?rde. Mein Ex und ich waren da zwar schon ein Jahr verlobt, aber meine Mutter hatte diese Tatsache nie wirklich ernst genommen. Sie mochte meinen Ex von Anfang an nicht leiden und lie? nie eine Gelegenheit aus, ihn mir gegen?ber schlecht zu machen. Aber ihre Gr?nde gegen eine Ehe mit ihm waren f?r mich nicht stichhaltig und so ignorierte ich ihre "Warnungen".
Als der Hochzeitstermin feststand, habe ich ihn meiner Mutter pers?nlich und schonend beigebracht. Wie erwartet reagierte sie auch jetzt mit Selbstmordank?ndigung. Ich stellte ihr in Aussicht, dass sie ja als die ?ltere von uns beiden einmal altersschwach und auch sterben w?rde. Da m?sste sie sich doch mit mir freuen, dass ich nun "versorgt" sei. Ich habe nat?rlich nicht geheiratet, um ausgesorgt zu haben, aber ich hatte das Gef?hl, dass ich die richtigen Worte f?r meine Mutter gefunden h?tte.
Die Hochzeitsvorbereitungen ?berlie? ich zum gr??ten Teil ihr. So konnte sie sich ganz ihrem Gef?hl gebraucht zu werden hingeben.

Aber als meine Tochter geboren war, wollte sie uns so oft wie m?glich besuchen, nach M?glichkeit gleich bei uns wohnen, was mein Ex und ich aber vehement ablehnten. In dieser Zeit drohte sie immer h?ufiger mit Selbstmord und erzwang sich so die Besuche bei uns. Abends fuhr sie aber zum Gl?ck wieder heim und wir hatten f?r ein paar Tage wieder unsere Ruhe.
Mein Ex machte mich darauf aufmerksam, dass sie mich nur erpressen w?rde, aber die Angst davor, dass sie sich tats?chlich umbringen w?rde, wenn ich meine T?r vor ihr verschlossen halten w?rde, sa? tief in mir!

Ein Gespr?ch mit meinem Vater brachte mir endlich die Klarheit, die ich brauchte. Danke, Vater, Du hast mir sehr geholfen!
Meine Mutter hat auch meinen Vater mit Selbstmordandrohung jahrelang erpresst. Nach 15 Ehejahren hielt er es schlie?lich nicht mehr aus und sagte ihr, dass sie sich doch umbringen solle, wenn sie meine, das sei das einzig Richtige f?r sie. Schlie?lich sei sie alt genug dieses selbst zu entscheiden und verhindern k?nne er es eh nicht. Er sagte ihr auch, dass er sie durchschaut h?tte und sie ihn doch nur erpressen wolle.

Genau so etwas in dieser Richtung antwortete ich meiner Mutter, als ich die Einladung meines Vaters zu seiner 2. Hochzeit gegen ihren Willen angenommen hatte. Sie: "Dann bringe ich eben dich, dein Kind, deinen Mann, deinen Vater und alle um!" Ich: "Und was bringt es dir? Du bist dann mutterseelenallein im Knast. Und jetzt hast du immer noch die Chance, dass wir dich besuchen kommen." Zu diesem Zeitpunkt hatte ich unsere gegenseitigen Besuche schon drastisch eingeschr?nkt.
In der darauffolgenden Nacht konnte ich vor Angst nicht schlafen, aber ich stand zu dem, was ich meiner Mutter gesagt hatte und ging auf die Hochzeit meines Vaters.

Meine Mutter lebt heute noch, genauso jeder, den sie umbringen wollte. W?re sie wie angek?ndigt Amok gelaufen, h?tte ich mich mit Sicherheit daf?r verantwortlich und schuldig gef?hlt.

Heute bin ich f?r mich zu folgendem Schluss gekommen:
Man mu? sich in solchen Situationen wirklich ?berlegen, ob man f?r das Leid(en) und die Tat(en) des Anderen verantwortlich ist. In den meisten F?llen nicht. In den meisten F?llen ist jeder Mensch f?r sich und sein Leben selbst verantwortlich und es liegt an jedem selbst, seine Qualen zu beenden. Sei es durch Ver?nderung seiner Situation (mit oder ohne professionelle Hilfe) oder eben mit Selbstmord. Die "Betroffenen" trifft in diesem Fall keine Schuld!

Ich wusste und wei?, dass ich mit meiner Mutter, mit ihrer ewigen Jammerei und dass die anderen Schuld an ihrem j?mmerlichen Dasein h?tten nicht klarkomme. Ich habe mein Bestes getan, aber es hat ihr nicht geholfen. Ich kann mag nicht mehr! Und dazu stehe ich!
Ich habe ihr bei ihrer letzten Selbstmorddrohung meine Verantwortung f?r ihr Gl?ck und Leid ihr ?bertragen. Ich habe ihr einfach gesagt, dass sie ihr eigenes Gl?ckes Schmied sei (ihr Lieblingszitat, das sie f?r Andere hervorragend wusste!) und was sie aus ihrem Leben mache mich nichts angehe. Sie sei genauso erwachsen wie ich und somit genauso voll handlungsf?hig wie ich und wenn ihr ihre momentane Situation nicht passe, dann m?sse sie selbst diese ?ndern. Ich w?re bereit ihr im Rahmen meiner M?glichkeiten zu helfen, aber sie m?sse in 1. Linie aktiv werden.

Inzwischen habe ich seit 8 Jahren jeden Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen.
Sollte eines Tages ein Anruf kommen, dass meine Mutter im Sterben l?ge, werde ich sie besuchen. Sollte es hei?en, sie sei bereits tot, werde ich zur Beerdigung gehen. Aber solange sie gesund ist, werde ich zu ihr keinen Kontakt mehr haben.
Einige Anzeichen sprechen daf?r, dass sie an mehr oder weniger leichter Schizophrenie leidet, daher wird sich ihre Sichtweise der Dinge nie ?ndern. Ich habe einen Schlussstrich gezogen, damit ich endlich mein eigenes Leben nach meinen Vorstellungen leben kann.

Folgendes Bild verdeutlicht vielleicht meine Einstellung und meine Entscheidung:
Angenommen, meine Mutter h?tte sich damals nach meinem Auszug in meine eigene Bude einem Hobby zugewandt oder w?re einem Verein beigetreten, sie h?tte einen lieben Mann kennengelernt und w?re gl?cklich gewesen... h?tte ich mich f?r ihre Situation verantwortlich und schuldig gef?hlt? Nein! Im Gegenteil, ich h?tte mich f?r sie gefreut und sie ihr Leben allein gestalten lassen. Unser beider Leben w?ren klar abgegrenzt gewesen.
Sie hat sich aber f?r ein einsames, passives Leben voller Gejammer und Bier entschieden. Warum soll ich mich nun verantwortlich f?r sie f?hlen? Das, was ich ihr von mir und meinem Leben angeboten habe, reicht ihr nicht. Ihr Problem, nicht meins! Genauso wie ihr Gl?ck allein ihr Verdienst gewesen w?re.
giseliese am 22.4.04 13:04


Kinder

Wer bei Witha mitliest, wei? wie sehr sie sich aufs Oma werden freut. Sie l?sst uns an der Schwangerschaft ihrer Tochter hautnah und mit Ultraschallbildern teilhaben. Finde ich Klasse! Danke auch an die Schwangere, dass sie da mitmacht!

Ich denke jetzt ?fter daran, wie es denn war, als ich schwanger war und meine Erfahrungen als frisch gebackene Mutter. Meine Gef?hle, meine ?ngste. Einmal hatte ich einen richtig gl?cklichen Gl?cksmoment, den ich nie mehr vergessen werde und der mein Leben als Mutter entscheidend ver?ndert hat.
Meine Mutter war die ersten 6 Wochen nach der Geburt meiner Lieblingstochter die Woche ?ber bei mir, um mich im Haushalt und mit dem Baby zu unterst?tzen; an den Wochenenden war ja mein Exmann da. Babykurs und sowas war nichts f?r mich, denn keiner konnte mir zeigen, wie ich ein Baby baden, f?ttern, tragen sollte. Das habe ich mir alles selbst angeeignet.
Die ersten Wochen nach der Geburt dachte ich sehr stark, dass mein Baby lieber bei ihrem Vater oder ihrer Oma sei, die ja beide die Kleine herumtragen k?nnen, wenn sie quengelte. Irgendwie war in mir nicht das Gef?hl da, dass das Baby mein Baby sei.
Einmal hat die Kleine (inzwischen etwa 1/4 Jahr alt) wieder gequengelt, aber sie war gerade frisch gestillt und gewickelt. Weder der Vater noch die Oma konnten das Baby zufrieden stellen. Die Oma lief mit dem Baby auf dem Arm durch die Wohnung, zeigte der Kleinen alles m?gliche, sang Lieder - das Baby quengelte und quengelte. Schlie?lich dr?ckte mir meine Mutter ganz entnervt das Baby in meinen Scho?: "Da, das ist ja schlie?lich dein Kind, k?mmer du dich um sie!" Ich geriet in Panik in der Erwartung, dass das Baby nun erst recht losbr?llen w?rde, aber ......... sie schaute mich an - und strahlte mich an! Meine Mutter in einem neidischen Ton: "Die Babys merken halt schon, wer die Mutter ist, auch wenn die Oma doch viel besser zum Kind ist..." Das tat mir gut!!!
Mir wurde in diesem Moment bewusst, dass dieses Baby mein Baby ist, dass ich ihre Mutter bin! Mir wurde bewusst, dass mein Kind mich so liebte wie ich bin und dass mein Kind zwar sich gerne von der Oma verw?hnen lie? - aber nur ich durfte sie tr?sten! Von da an habe ich mit meiner Mutter immer h?ufiger um meine Tochter gestritten. Meine Mutter hatte dauernd diesen bl?den Spruch drauf: "Die Kleine ist in 1. Linie mein Enkelkind, deshalb habe ich die ?lteren Rechte an ihr! H?tte ich dich damals nach der Geburt umgebracht wie es dein Vater und deine Oma von mir erwartet haben, dann g?be es dich jetzt nicht und somit auch nicht dein Baby. Du hast dieses Baby also mir zu verdanken!" Und ich dachte immer, mein Exmann hatte mir die Kleine eingebr?ckelt...

Wie ich als Mutter bin und was mich von meiner Mutter unterscheidet schreibe ich ein andermal...
giseliese am 2.4.04 08:43


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